Herzlich Willkommen auf der Website des MGV Lichteneck Hecklingen 1888 e.V.

Historie

Zu Beginn der 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts wurde in Hecklingen der Wunsch laut, einen Männergesangverein zu gründen. Der damalige Dorfschullehrer, Hauptlehrer Reinhard Wiedmann, war dabei die treibende Kraft. Am 2. Februar 1888 war es so weit. "Mit dem Beschluss von 25 Mitgliedern" - so die Chronik - wurde der Gesangverein Hecklingen gegründet. Erster Vorsitzender war Ferdinand Strittmatter, zweiter Vorsitzender Gotthold Röderer und Rechner Wilhelm Kißling. Reinhard Wiedmann übernahm das Dirigentenamt. Erklärtes Ziel war es, durch äußerst sparsames Wirtschaften möglichst bald in den Besitz einer Vereinsfahne zu kommen.


Bereits ein Jahr nach der Vereinsgründung wurde die erste überörtliche Verpflichtung angenommen. Der MGV Lichteneck nahm an der Fahnenweihe des Gesangvereines Weisweil teil. Im Jahr 1889 fand dann die erste Abendveranstaltung im "Adler" in Hecklingen statt.


1896 konnte der Verein seine erste Vereinsfahne weihen. "Wenn etwas tief im Herzen glüht, sei's Freude oder Schmerz, da drängt es sich hinaus im Lied und tönet himmelwärts." Dieser Spruch war das Motto der Sänger und bringt die Liebe und Freude am Gesang zum Ausdruck. Mit viel Mühe und der Unterstützung vieler Spender und Sponsoren hat der MGV diese alte Vereinsfahne aus den Gründerjahren in den letzten Jahren restauriert, woher auch der bekannte "Fahnenhock" an Christi Himmelfahrt rührt.


Vor 100 Jahren ging es mit dem Verein kontinuierlich aufwärts. Das Vereinsleben blühte, Ausflüge, Feste und Auftritte wechselten in regelmäßigen Abständen ab. Auch musikalisch konnte der junge Verein bereits viele Erfolge verbuchen.


Im Jahr 1908 übernahm Hauptlehrer Kreutz die musikalische Leitung. Er führte den Verein 37 Jahre lang durch die Wirren der Kriege hindurch.


Der Erste Weltkrieg setzte dem abwechslungsreichen Vereinsleben ein vorläufiges Ende. Sieben Sänger kamen nicht mehr lebend aus dem Krieg zurück. Der erste Vorstand Strittmatter rief nach dem Krieg die Sänger wieder zusammen. Er übergab nach 33-jähriger unermüdlicher Tätigkeit als Vorsitzender 1923 das Amt in jüngere Hände. Der neue Vorsitzende Sigmund Striegel formte den Verein wieder zu einer geschlossenen Einheit, die 1928 das 40-jährige Bestehen feiern konnte - drei Tage lang und mit 15 Gastvereinen. Ehrenmitglied Graf Camillo von Hennin stellte den gräflichen Park und Garten als Festwiese zur Verfügung.


50 jähriges Vereins Jubiläum 1933

Nach dem Tod von Sigmund Striegel übernahm Amand Waltersberger die Führung des Vereines, der bereits damals mit 40 Aktiven eine beachtliche Größe erreichte. In diese Blütezeit des Vereins fiel im Jahr 1938 das 50. Vereinsjubiläum. Höhepunkt war die Weihe einer neuen Vereinsfahne. "Treu unser Herz, Wahr unser Wort, Deutsch unser Lied, Gott unser Hort" war nun der Wahlspruch.


MGV Lichteneck beim 50. Vereinsjubiläum mit Fahnenweihe 1938

Elf Sänger verlor der Chor im Zweiten Weltkrieg; 1945 starben obendrein Dirigent Stefan Kreutz sowie der zweite Vorstand Leo Strittmatter. Trotz der widrigen Umstände fanden sich bereits im Spätjahr 1946 die ersten Sänger zusammen.


Mit Musiklehrer Ambros Veit als Dirigent zählte der Verein bald wieder eine stattliche Anzahl Sänger, und nach der ersten Generalversammlung übernahm Franz Müller das Amt des Vorsitzenden. Nach der Versetzung des Dirigenten übernahm Hauptlehrer Hanisch bis November 1951 den Dirigentenstab, ehe er von Lehrer Brünner abgelöst wurde. Unter dessen Leitung konnte der Chor das 65-jährige Jubiläum mit 32 Gastvereinen feiern. In dieser Zeit wurden auch erste Kontakte nach Hecklingen in Sachsen-Anhalt geknüpft, die bis heute bestehen.


Ausflug in den 50er Jahren zur Gartenschau Stuttgart



Kurzzeitig sprang Hanisch nochmals für Brünner als Dirigent ein, ehe 1954 Oberlehrer Lothar Moser die musikalische Leitung des Männergesangvereines übernahm - die er 40 Jahre lang innehaben sollte. In dieser Zeit konnte der Verein viele Erfolge verbuchen und sein ohnehin gutes Niveau weiter anheben. Für seine Verdienste um den MGV Lichteneck wurde Lothar Moser 1995 zu Ehrendirigenten ernannt, als er den Dirigentenstab an Claus Schäffer weiterreichte.


Auch in der Besetzung des Vorstandspostens gab es einen Wechsel. Karl Seng übernahm 1960 das Amt von Franz Müller. In diesen Jahren konnte der Verein viele Sänger hinzugewinnen und somit seine weitere Zukunft sichern. 1980 starb Karl Seng plötzlich und unerwartet während der Generalprobe eines Theaterstückes seines Chores, sein Nachfolger wurde Joachim Strauß, der das Amt nach 10 Jahren an Karl-Heinz Schwier übergab. Seit 1994 führt der jetzige Vorsitzende Hubert Herr den Chor.


Unter Schäffers Leitung und dank des Engagements des Vorsitzenden erlebte der Verein einen neuen Aufschwung; auch viele jüngere Sänger schlossen sich dem Verein an. Aktuell besteht der reine Männerchor aus 30 aktiven Sängern, davon sind 11 Ehrenmitglieder.


Aus der Vereinsgemeinschaft sowie dem kulturellen Leben der Gemeinde Hecklingen ist der MGV Lichteneck nicht mehr wegzudenken.